01Hier gehen die meisten Festpreise schief
Wer ein Hausangebot einholt, führt den Besucher durch Wohnzimmer, Küche und Schlafzimmer. Die Kellertreppe geht selten jemand hinunter, die Bodenluke bleibt zu, das Garagentor unten. Dabei liegen dort schnell dreißig Kubikmeter, also ein voller Wagen extra. Fehlt das im Angebot, folgt die Nachforderung am Umzugstag.
Wir drehen das um: Die Nebenräume kommen beim Aufmaß zuerst dran. Solange niemand müde ist, wird die Bodenluke geöffnet, das Kellerlicht eingeschaltet und in der Garage so weit Platz gemacht, dass der hintere Regalmeter sichtbar wird. Wohnräume lassen sich danach ohnehin leichter einschätzen als ein vollgestellter Kellergang.
02Was im Keller steht und wie viel davon Volumen ist
Ein Hauskeller ist selten leer und fast nie sortiert. Typisch sind Werkbank mit Schraubstock, zwei bis drei Regalwände, Einweckgläser und Getränkekisten, Fahrräder und Reifensätze, dazu Farbreste in halbvollen Eimern. Das wirkt kleinteilig, misst aber zehn bis fünfzehn Kubikmeter, sobald es in Kartons liegt und gestapelt ist.
Beim Aufmaß trennen wir drei Gruppen: was mitkommt, was geräumt wird und was gar nicht in einen Umzugswagen gehört. Diese Trennung ist die eigentliche Arbeit. Ein Regal voller Konserven wiegt mehr als der Kleiderschrank darüber, und ein Reifensatz braucht keinen Karton, sondern einen festen Platz.
- Werkbank, Schraubstock und Werkzeugschrank
- Regale mit Konserven und Getränkekisten
- Fahrräder, Kinderräder und Anhängerkupplung
- Winterreifen, oft zwei bis drei Sätze
- Waschmaschine, Trockner und Wäschespinne
03Oben eng, unten schwer: Dachboden und Garage
Auf dem Dachboden ist nicht das Volumen das Problem, sondern der Weg. Eine ausklappbare Bodentreppe hat schmale Stufen und kein Geländer, die Stehhöhe endet oft bei anderthalb Metern. Große Kartons kommen dort nicht heil herunter. Wir packen oben kleiner und reichen von Hand durch, statt zu tragen.
Die Garage bringt das umgekehrte Problem: kurzer Weg, hohes Gewicht. Rasenmäher, Reifen, Regale voller Werkzeug, manchmal ein Anhänger. Benzingeräte fahren nur mit leerem Tank mit, den Sie am besten vorher leerfahren. Ein Anhänger mit eigenem Kennzeichen wird gezogen und nicht geladen, das gehört vorher besprochen.
04Was nicht in den Umzugswagen darf
Ein Umzugswagen ist kein Gefahrgutfahrzeug. Alles, was brennt, gärt oder unter Druck steht, bleibt draußen. Das ist keine örtliche Regel, sondern gilt für jeden Transport. Sie erfahren es beim Aufmaß und nicht erst, wenn die Ladeklappe offen steht, denn diese Sachen bringen Sie selbst zur Annahmestelle.
Die gute Nachricht: Es ist wenig, und es ist immer dieselbe Handvoll. Wer den Keller einmal darauf durchgeht, hat den Punkt für den ganzen Umzug erledigt. Für den geräumten Rest rechnen wir ab 39 Euro je Kubikmeter oder stundenweise ab 15 Euro, wenn nur Ecken leer sollen.
- Farben, Lacke, Verdünnung und Beizen
- Benzin, Diesel, Zweitaktgemisch und Altöl
- Gasflaschen, auch leere, und Kartuschen
- Spraydosen, Brennspiritus und Feuerzeugbenzin
- Offene Pflanzenschutz- und Düngemittel
05So gehen Sie Ihre Nebenräume vor dem Aufmaß durch
Eine Stunde Vorarbeit verändert das Angebot spürbar, weil wir danach messen statt zu raten. Sie müssen nichts wegwerfen und nichts einpacken. Es reicht, wenn Sie sich einen Überblick verschaffen. Nehmen Sie das Handy mit und fotografieren Sie jede Wand, dann müssen Sie später nicht noch einmal hinunter.
Am besten gehen Sie die drei Räume an drei verschiedenen Tagen durch. Wer Keller, Boden und Garage an einem Nachmittag erledigen will, hört nach dem zweiten Regal auf. Wichtig ist nur, dass am Ende jede Wand fotografiert ist und die gefährlichen Behälter an einer Stelle stehen.
- Licht anmachen und den Raum umrunden
- Regale von oben nach unten fotografieren
- Brennbares und Druckbehälter zusammenstellen
- Grob abschätzen, was mit soll
- Fotos zur Anfrage mitschicken, das spart Rückfragen